In den letzten Jahren haben die Behörden angesichts der schweren Dürre die Schliessung der Autowaschanlagen in Zeiten mit Wassermangel gefordert. Eine Entscheidung, die darauf abzielt, den Wasserverbrauch zu senken und die Autofahrer daran hindert, ihre Autos zu waschen und damit leider das nicht kontrollierbare Autowaschen auf Privatgrundstücken fördert. Eine Entscheidung mit einem vermeintlich positiven Effekt auf die Wasserressourcen und die Umwelt. Eine Entscheidung, die in erster Linie dazu dient, öffentlich zu verkünden, dass man sie getroffen hat. Aber lassen Sie es sich gesagt sein: eine sehr schlechte Entscheidung. Schlimmer noch: eine sehr schlechte Entscheidung, die von einer Unkenntnis des Themas und insbesondere von der Funktionsweise einer Waschanlage zeugt.
In den Blauer Elefant Waschanlagen sammeln wir 360 Gramm stark mit Schadstoffen belasteten Schlamm pro gewaschenem Fahrzeug, behandeln und neutralisieren ihn. Dieser Schlamm besteht aus mineralölhaltigen Produkten und Schwermetallen (Phosphor, Chrom, Nickel, Kupfer, Zink, Arsen, Cadmium, Quecksilber, Blei). In unseren Waschanlagen werden diese umweltschädlichen Rückstände gesammelt und behandelt, um zu vermeiden, dass sie im Boden versickern und das Grundwasser verunreinigen.
Diese Zahlen mögen unbedeutend erscheinen, aber auf Ebene des gesamten Fahrzeugbestands sprechen wir von 92,5 Millionen Tonnen Schlamm, den es zu behandeln gilt. Und 7,7 Millionen davon werden von den Blauer Elefant Waschanlagen behandelt.
Beim Autowaschen zu Hause dagegen ist es unmöglich, die Schadstoffe zu behandeln. So gelangen in einem Jahr mit 35’000 Tonnen schadstoffbelastetem Schlamm 7’000 Tonnen mineralölhaltige Produkte in die Umwelt.
Wenn das Auto nicht gewaschen wird, gelangen alle diese Schadstoffe, die nicht aufgefangen und neutralisiert werden, auf die Strassen, wo sie gegenwärtig nicht behandelt werden können. Die meisten Strassen sind nämlich nicht an eine Kanalisation zur Entwässerung von Regenwasser angeschlossen. Wenn die Strassenabwässer beispielsweise in einer dicht bebauten städtischen Zone aufgefangen werden, ist keine effiziente Behandlung möglich. Bei starken Regenfällen werden in Frankreich die Kläranlagen vom Regenwasser-Kanalisationsnetz abgekoppelt, um ihre Reinigungs- und Behandlungsfähigkeit zu bewahren.
Waschanlagen sind die beste Möglichkeit, um die Schadstoffe zu beseitigen. Sie sind die einzigen existierenden Systeme, die in der Lage sind, die Verkehrsschadstoffe zu sammeln, zu quantifizieren und zu identifizieren. Absetzgruben und Ölfilter erlauben die Überprüfung auf das Vorhandensein von Systemen zur Trennung der Schadstoffe und deren Zustand. Abholscheine und Rechnungen für die Abholung der Schadstoffe durch zugelassene Unternehmen belegen die gesammelten Mengen und Stoffe und gewährleisten deren Rückverfolgbarkeit.
Auch in Zeiten der Mobilitätswende bleibt das Auto das wichtigste Fortbewegungsmittel für 73 % aller Autofahrer, die damit zur Arbeit fahren. Kurz-, mittel- und langfristig ist die Ausblendung der Beseitigung der Verkehrsschadstoffe im Rahmen der Verkehrswende die Schwachstelle einer positiven, aufrichtigen und effizienten Politik. Sie verzichtet damit auf eine einfache, effiziente und wenig restriktive Lösung, um den ökologischen Fussabdruck aller Fahrzeuge zu reduzieren.